Eisheilige – Gestrenge Herren – Eismänner

Die Eisheiligen haben viele Bezeichnungen und fallen jedes Jahr – je nach Region – zwischen den 11. bis 15. Mai und sind ein wichtiges Datum für alle Gärtner. Doch was genau hat es mit diesen „Gestrengen Herren“ und „Eismännern“ auf sich? Welche Pflanzen und welches Saatgut sollten Sie erst nach den Eisheiligen nach draußen setzen? Wie erkennen Sie Frostschäden und sind betroffene Pflanzen dann noch zu retten? Erfahren Sie dazu mehr in unserem tomgarten-Tipp.

Warum gibt es die Eisheiligen?

Ein Sprichwort sagt: „Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.“ Deshalb wird empfohlen, empfindliche Jung- und vor allem Balkonpflanzen erst nach dem 15. Mai dauerhaft ins Freiland oder auf den Balkon zu setzen - so die alte Bauernregel. Denn trotz warmer Temperaturen im Frühjahr, kann es während den Eisheiligen zu starken Temperaturabstürzen und Bodenfrost in der Nacht kommen. Moderne Wetteraufzeichnungen belegen, dass sich der Kälteeinbruch sogar um bis zu 11 Tage nach dem 23. Mai verschieben kann. Vor den Eisheiligen sollten empfindliche Pflanzen vor allem nachts vor Kälte geschützt im Haus aufgestellt oder mit einem Vlies abgedeckt werden. Erst ab Temperaturen - auch nachts - über 8 Grad können die Pflanzen dauerhaft nach draußen.

Wer oder was sind die Eisheiligen?

Nach kirchlicher Tradition sind die „Gestrengen Herren“ benannt nach Heiligen aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Der 12. Mai ist benannt nach Pankratius, der 13. Mai nach Servatius und der 14. Mai nach Bonifatius. Im nördlichen Teil Deutschlands gesellt sich noch der 11. Mai Mamertus dazu. Und ganz im Süden spricht man am 15. Mai von der Kalten Sophie, die den Abschluss der Eisheiligen bildet und am bekanntesten ist.

Welche Pflanzen sollten erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden?

Kälteempfindliche Pflanzen - dies betrifft vor allem Einjährige - sollten erst nach den Eisheiligen dauerhaft ins Beet oder auf den Balkon gesetzt werden. Dies gilt für Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken, Zucchini und Paprika, aber auch für viele Blumen- und Gemüsesamen. Sollten Sie Saatgut vor den Eisheiligen im Beet ausgebracht haben, ist es wichtig, dieses mit einem Vlies vor Frost- und Kälteschäden zu schützen. Auch gedulden sollte man sich mit der Pflanzung von „zarten“ und mediterranen Blumen und Pflanzen wie z. B. ariba® Jungpflanzen, Oleander, Geranien, Dahlien oder Petunien. An diesen Blumen können die Eisheiligen großen Schaden anrichten. Außerdem ist es empfehlenswert, Kräuter wie Petersilie, Basilikum & Co. erst nach Ende der Eisheiligen draußen zu pflanzen.


Unser Tipp: Bitte beachten Sie, dass starke Nachtfröste auch an winterharten Gartenpflanzen und Stauden Schäden verursachen können – vor allem der oberirdische Teil kann hier Frostschäden davontragen. Sollten Sie diese vor den Eisheiligen auspflanzen, ist es wichtig den Wurzelbereich sowie den oberen Pflanzenteil vor Frösten zu schützen. Bereits gebildete Blütenknospen können – wenn diese nicht vor Frost geschützt werden – kaputt frieren und die Blüte oder auch die Ernte bei Obstpflanzen ausfallen.

Übersicht frostempfindlicher Sorten

Hier eine Liste, welche Pflanzen, Zwiebeln/Knollen und welches Saatgut erst nach den Eisheiligen dauerhaft ins Freiland sollten:

  • ariba® Jungpflanzen (z. B. Verbenen, Zauberglöckchen, Kapkörbchen uvm.)
  • Gemüsepflanzen (z. B. Gurken, Tomaten, Paprika, Kartoffelpflanzen uvm.)
  • Blumenzwiebeln für die Frühjahrspflanzen (z. B. Dahlien, Gladiolen, Lilien, Cannas uvm.)
  • Balkonblumen (z. B. Geranien, Begonien, Fuchsien uvm.)
  • mediterrane Pflanzen (z. B. Oleander, winterharte Banane, Paradiesvogelblume uvm.)
  • viele nicht winterharte Gemüse- und Blumensamen sowie Keimlinge
  • Kräuterpflanzen (z. B. Basilikum, Minze uvm.)

Einige Sorten wie Blattsalate, Kohlrabi, Radieschen, Zwiebeln und Pflanzkartoffeln können in der Regel auch vor den Eisheiligen ausgebracht werden. Diese halten Temperaturen bis -3 Grad stand.

Frost- und Kälteschäden erkennen und ggf. behandeln

Ob Ihre Pflanzen einen Frost- oder Kälteschaden (Gemüse wie Tomaten, Gurken & Co. reagieren bereits auf Temperaturen unter 8 Grad empfindlich) erlitten haben, erkennen Sie gut an herunterhängenden, schlaffen und teilweise braunen Blättern. Das liegt daran, dass in den Trieben und Blättern das meiste Wasser der Pflanzen sitzt, weshalb diese vom Frost zuerst zerstört werden. Manchmal werden sogar größere Pflanzenteile "abgestoßen". Davon sind vor allem Stauden betroffen. Diese Pflanzen treiben jedoch später im Frühjahr wieder neu aus dem Boden aus. Bevor Sie die Pflanzen vorschnell entsorgen, können Sie diese in der Regel mit Erste-Hilfe-Maßnahmen noch retten. Schnelles Handeln ist jetzt wichtig!

Platzieren Sie die Pflanzen bei frühzeitig erkannten und leichten Frost- und Kälteschäden für ca. 1 bis 2 Wochen an einem hellen Platz im Haus bei ca. 10 bis 12 Grad. Gießen Sie regelmäßig und halten Sie den Boden gleichmäßig feucht - vermeiden Sie dabei aber Staunässe. Die Pflanzen und deren Triebe richten sich nach einer Weile wieder auf. Triebspitzen, die sich nicht aufstellen können ggf. entfernt werden. Sollten die Wurzeln jedoch zu großen Schaden erlitten haben und zu faulen beginnen, ist jede Hilfe leider zu spät. 

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